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  Candilis, Georges
  29.3.1913 geb. in Baku, Rußland, französischer Staatsbürger
entstammt einer Familie, die sich, aus Griechenland kommend, in Rußland niederläßt
Schulbesuch in Rostov und Athen
Studium an der TH Athen, Polytechnikum
1933 der CIAM-Kongress in Athen wird richtungsweisend für seine Arbeit
1936 Diplom
Teilnahme am 2. Weltkrieg
Flucht aus Griechenland
1945 Ankunft in Paris
Tätigkeit bei André Lurcat
1945-48(50) Mitarbeit bei LeCorbusier in Paris und Marseille (Mitwirkung am Projekt Unité d"Habitation)
1948-50 Partnerschaft mit Shadrach Woods, zusammen mit Shadrach Woods in Marseille Bauleiter bei der Errichtung der Ville radieuse
Vladimir Bodiansky, Gründer des Atbat (Atelier des Bâtisseurs), betraut C. mit der Leitung seines Planungsbüros Atbat-Afrique in Casablanca
1951-54 Partnerschaft mit Shadrach Woods und V. Bodiansky (laut Pehnt, Wolfgang)
1950 Gründung des "Atelier des Batisseurs" (ATBAT) in Tanger, Marokko, zusammen mit anderen Architekten zahlreiche Wohngebäude in Nordafrika
1951-54 baut er zusammen mit Woods in Nordafrika Wohnungen für Bedürftige, Juden, Araber und Algerienfranzosen
ab 1954 Architekt in Paris, Leiter der Gruppe G. Candilis (Paul Dony, Alexis Josic, Henri Piot, und Shadrach Woods), spezialisiert auf Bauen in den Tropen
sie gewinnen den Wettbewerb um das Projekt "Million", dessen Zielstellung in der Senkung der Baukosten für eine Drei-Zimmer-Sozialwohnung von 1,5 Millionen Francs auf 1 Million Francs besteht
1955-63 Arbeitsgemeinschaft mit Alexis Josic, Yugoslawien (geb. 1922) innerhalb der Gruppe ATBAT (und mit Woods)
Stadtneuplanungen in Frankreich mit Woods und Josic
1956 CIAM in Dubrovnik: (Aufgrund divergierender Auffassungen innerhalb der mod. Bewegung gründen sie zus. mit Peter Smithson, Jacob Berend Bakema und Aldo Ernest van Eyck das "Team 10"; im Unterschied zu ihren älteren Kollegen steht für sie weniger die Gestaltung des Baukörpers im Vordergrund, sondern das Bemühen, den Menschen ein besseres Zusammenleben zu ermöglichen. Beim CIAM 1956 in Dubrovnik legen sie diese Vorstellungen dar und provozieren damit ihre Abspaltung, die sich 1959 in Otterlo bestätigt)
1957 Auftrag zur Errichtung der Neustadt von Bagnols-sur-Cèze für die Beschäftigten des Kernkraftwerkes von Marcoule
1963-67 Weiterführung des Unternehmens mit Woods
1963 Wettbewerbsgewinn Stadtzentrum Frankfurt a. M.
1963/67-79 Neubau Universität Berlin
ab 1967 eigenes Büro in Paris
ab 1959 Professor für Architektur an der Hochschule für schöne Künste in Paris (École des Beaux-Arts)
1961 1. Preis und Ausführung der neuen Stadt Toulouse-Le Mirail
Nach dem Ausscheiden von Woods (1969) und Josic befaßt sich C. als Architekt wie auch als Stadtplaner v.a. mit Touristikzentren (u.a. Neukaledonien und Tahiti)
und baut häufig im Mittleren Osten: u.a.
1970-73 Mehrfamilienhäuser und Priv.-Villen in Kuweit,
1972-78 Wohnungen in Damman, La Mecque, Medina, Djedda, Abha,
1972-78 in Khaibar/Saudi-Arabien,
1975-77 in Katar; weiterhin auch in Frankreich Bau von Ferienwohnungen und Schulen.
1975 eröffnet er auf Bitte des griechischen Ministerpräsidenten Konstantinos Karamanlis ein Büro in Athen und berät zahlreiche junge Architekten.
05.1995 gest. in Paris

nach:
Pevsner, Nikolaus; Honour, Hugh; Fleming, John (Hrsg.): Lexikon der Weltarchitektur, 3. aktualisierte u. erw. Aufl., München 1992.

bauen + wohnen 4/1968.

Pehnt, Wolfgang: Das Ende der Zuversicht. Architektur in diesem Jahrhundert. Ideen - Bauten - Dokumente, Berlin 1983.

archInform-Datenbank (www.archinform.de)

  Universität Bochum